Der Scheinriese – Warum wir uns dem vermeintlich Gefährlichen nähern sollten

Shownotes

Warum erscheinen uns manche Menschen oder Gruppen von weitem bedrohlich – und werden kleiner, je näher wir ihnen kommen?

Barbara Messer spricht über den „Scheinriesen“ – ein kraftvolles Bild für Vorurteile, Projektionen und vorschnelle Urteile. Warum machen wir andere zu Feindbildern? Weshalb liebt unser Gehirn einfache Schubladen? Und was geschieht, wenn wir den Mut haben, genauer hinzusehen?

Eine Folge über Wahrnehmung, Angst, Menschlichkeit und die hohe Kunst unserer Zeit: verstehen, bevor wir urteilen.

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00:00:00: Podcast drei.

00:00:18: Podcasttitel der Scheinriese, warum wir uns dem vermeintlich gefährlich nähern sollten?

00:00:26: Der Scheinriese und die Macht der ersten Wahrnehmung!

00:00:29: Heute möchte ich über den Scheinriesen sprechen.

00:00:32: Viele von euch kennen das Phänomen in einer Geschichte.

00:00:36: Ich glaube es ist Urmel aus dem Eis aber korrigiert mich gerne gibt es diesen besonderen Charakter Den Schein-Riesen?

00:00:45: Von Weitem wirkt er riesig, bedrohlich, gefährlich.

00:00:49: Man bleibt lieber auf Abstand, spricht Warnungen aus.

00:00:54: Vorsicht!

00:00:55: Geht bloß nicht zu nah ran – der ist

00:00:58: gefährlich.".

00:00:59: Je weiter man von ihm entfernt ist, desto größer und furchteinflößender wirkt Er.

00:01:05: Doch das Verrückte isst je näher man im Kommt desto kleiner wird Er, bis er am Ende genauso groß ist wie man selbst.

00:01:15: Der Scheinriese ist kein echter Riese, er isst nur ein Scheinriese.

00:01:20: Und das ist etwas was ich heute hervorheben möchte!

00:01:25: Wie oft machen wir Menschen zu Scheinriesen?

00:01:29: Wie oft machen wir Menschen oder ganze Gruppen zu

00:01:31: Scheindriesen?!

00:01:33: Wie oft denken wir dieser Mensch ist gefährlich.

00:01:36: diese Gruppe ist böse die muss sich meiden.

00:01:40: wie oft stempeln wir andere ab ohne sie wirklich zu kennen?

00:01:44: Das geht sehr schnell und es fühlt sich manchmal gut an, denn wenn ich den anderen als gefährlich einstufe, fühle ich mich selbst sicherer.

00:01:54: Wenn Ich ihn klein mache werde ich größer!

00:01:58: Wenn ich ihn zum Gegner erkläre habe ich eine klare Weltordnung.

00:02:03: der Gutmensch bleibt übrig er hat alles richtig gemacht.

00:02:07: und auf der Anderen Seite da steht der Böse der Schuldige der Verursacher aller Probleme.

00:02:14: Diese Schablonen sind so verlockend, es ist so einfach andere abzustempeln.

00:02:23: Alltagsscheinriesen – die Feindbilder, die wir erschaffen!

00:02:27: Vielleicht kennst du das auch aus deinem eigenen Leben?

00:02:31: Der laute Nachbar?

00:02:33: von Weitem ist er nur der Störenfried, der niemanden grüßt.

00:02:36: doch wer ihn einmal anspricht erfährt vielleicht dass er schwerhörig ist und der Lärm gar nicht böse.

00:02:42: gemeint war Der Kollege, der alles besser weiß.

00:02:47: Man hält ihn für arrogant!

00:02:49: Doch im persönlichen Gespräch stellt sich heraus er hat Angst Fehler zu machen.

00:02:54: seine scheinbare Überheblichkeit ist nur ein Schutzschild Die andere politische Meinung.

00:03:00: von weitem betrachtet Ist die Person sofort in eine Schublade gesteckt rechts links gefährlich naiv.

00:03:09: doch wer sich die mühe macht ein echtes Gespräch zu führen, entdeckt oft überraschend viele Gemeinsamkeiten.

00:03:17: Die Jugendliche mit kaputzen Pulli und Kopfhörern – wir denken sofort kein Benehmen, kein Respekt.

00:03:25: sicher problematisch!

00:03:26: Doch vielleicht trägt sie die Kapuze weil sie sich unsichtbar machen will?

00:03:30: Weil sie sich Unsicher fühlt.

00:03:34: oder auch der Obdachlose auf der Parkbank?

00:03:38: Ein Scheinriese?

00:03:40: Von Weitem ist er nur der, der sein Leben nicht im Griff hat.

00:03:45: Doch wer sich die Zeit nimmt ihn wirklich kennen zu lernen erfährt vielleicht dass er einst dein Lehrer war Ein Ehemann, ein Mensch mit Träumen und Hoffnungen.

00:03:58: Die Psychologie des Scheinriesen.

00:04:01: warum wir so schnell urteilen?

00:04:04: Dach!

00:04:05: Warum tun wir das?

00:04:06: Warum machen wir so oft Scheinrisen aus den anderen Menschen?

00:04:12: Weil unser Gehirn Abkürzungen liebt.

00:04:14: Urteilen ist bequem, es spart Energie.

00:04:19: Weil Angst eine starke Triebkraft ist!

00:04:22: Wir fürchten das Unbekannte also bleiben wir lieber in unseren Kategorien weil es Sicherheit gibt.

00:04:30: wenn wir wissen wer gut und wer böse ist fühlt sich das Leben einfacher an.

00:04:36: doch das Problem ist unser urteil ist oft falsch.

00:04:43: Ja, sich dem Scheinriesen nähern die Kunst den eigenen Blick zu weiten.

00:04:49: Doch was passiert wenn wir uns diesem Scheinriezen nähern?

00:04:53: Was passiert, wenn wir bereit sind genau hinzusehen?

00:04:58: Stimmt das wirklich, was ich über diesen Menschen denke oder ist es meine Projektion, meine Angst mein Schatten der da so groß wird?

00:05:07: Ist der Scheinriese wirklich so bedrohlich oder wächst er nur in meiner Vorstellung?

00:05:13: Ich habe oft erlebt, dass wir Menschen viel zu schnell zu Feinden, Gegnern und Schuldigen erklären.

00:05:20: Wir wiegeln andere auf!

00:05:22: Seid auf der Hut vor ihm, meidet ihn, sprecht nicht mit ihm.

00:05:27: Doch die Wahrheit ist – wir kennen ihn gar nicht.

00:05:30: Und genau hier braucht es Mut.

00:05:33: Mut sich dem Scheinresen zu nähern Schritt für Schritt Und je näher wir kommen, desto kleiner wird er Bis wir erkennen Er ist ja gar kein Riese, er ist genauso groß wie wir.

00:05:47: Vielleicht trägt er sogar dieselbe Schuhgröße wie wir.

00:05:53: und dann komme ich weiter zu dem Punkt was wir nämlich von den amerikanischen Ureinwohnern lernen können Den Indianern.

00:06:02: diesen Satz lernte ich in einer Fortbildung als es darum ging die Welt von Menschen mit Demenz besser zu verstehen.

00:06:10: der Satz lautet Gehe erst drei Monate in den Mokassins des anderen, bevor du über ihn urteilst.

00:06:19: Und diesen Satz habe ich tief verinnerlicht – in meiner Arbeit taktäglich, früher in meinen Jahren der Psychiatrie und im täglichen Leben!

00:06:29: Ich habe damals Menschen gesehen die Tag-und Nacht geschrien haben, Menschen die sich für Jesus oder jemand Anderen hielten, die sich aufbäumten in ihren Betten stundenlang Die Kämpften, die über die Flure strichen.

00:06:45: Die klopften Klammern Verhaltensweisen, die für Außenstehende sonderbar, verstörend oder auch beängstigend sind.

00:06:54: Doch was tun diese Menschen wirklich?

00:06:57: Warum verhalten sie sich so?

00:06:59: Was ist bei ihnen los?

00:07:02: Es braucht sehr viel Respekt Achtung und Liebe um das zu erkennen!

00:07:06: Es braucht den Mut sich in die Welt des Anderen hineinzuversetzen nicht sofort zu bewerten oder abzulehnen, sondern zu verstehen.

00:07:14: Nicht um alles zu billigen oder zu tolerieren, sondern um es wirklich zu sehen.

00:07:21: Denn oft wenn wir uns jemanden wirklich nähern erkennen wir Ah!

00:07:26: Jetzt weiß ich was du meinst und das ist für mich die Hure Kunst unserer Zeit Und damit lade ich zur Reflexion ein.

00:07:39: Ich lade dich ein über Folgendes nachzudenken Wo in deinem Leben gibt es diese Scheinriesen?

00:07:46: Gibt es Menschen oder Gruppen, denen du ausweichst, weil sie dir von Weitem bedrohlich erscheinen.

00:07:51: Stempelst du diese Menschen oder Groupen ab ohne sie vielleicht sogar zu kennen und wenn ja könntest du dich ihnen langsam nähern Schritt für Schritt denn wer sagt dass dein vermeintlicher Gegner nicht dieselbe Größe hat wie Du?

00:08:05: Wer sagt das er nicht?

00:08:06: vielleicht deine Geschichte trägt Deine Angst eine Sehnsucht der Scheinriese der so bedrohlich wirkt, könnte am Ende einfach nur ein Mensch sein.

00:08:17: Genauso groß oder genauso klein und genauso verletzlich wie du und wie ich.

00:08:25: Mir geht es darum die Welt immer wieder mit anderen Augen zu sehen – und so lade ich uns ein, dich und mich diese Schubladen immer wieder beiseite zu schieben in die wir Menschen tun.

00:08:40: Lass uns mehr am Ufer sitzen und beobachten!

00:08:44: Und wer weiß, vielleicht wird der Schein riesig kleiner wenn du ihn wirklich ansiehst.

00:08:50: Danke dass Du mir zugehört hast.

00:08:52: bis zum nächsten Mal!

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